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NASA
Mit den letzten Bauteilen für das japanische Labormodul Kibo (oben links), hat das Spaceshuttle Endeavour auch Instrumente für Columbus (oben rechts) im Gepäck.
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NASA / ESA
Bei einem "solaren Teilchenereignis" kommt es zur Beschleunigung von atomaren Partikeln, die sich als kosmische Strahlung messen lassen. Für Menschen auf der Erde ist es ungefährlich – für Astronauten im Weltall hingegen ein gesundheitliches Risiko.
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CAU
Die Dosimetrie-Teleskope von DLR und der Universität Kiel können nicht nur die Mengen an Teilchen der Kosmischen Strahlung feststellen, sondern auch die Richtun, aus der sie kommen.
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Deutsche Instrumente messen Strahlenbelastung in der ISS

Auch Forscher aus Kiel und Köln freuen sich über die Ankunft der Endeavour an der Internationalen Raumstation ISS. Denn nun können sie im Raumlabor Columbus mit der Vermessung der eindringenden Kosmischen Strahlung beginnen.
"Für die Raumfahrt, insbesondere zukünftige Missionen zum Mars und Mond, ist es sehr wichtig, mehr über die Strahlenbelastung der Astronauten zu wissen", erklärt Sönke Burmeister von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. "Die Kosmische Strahlung ist für Weltraumfahrer eine gesundheitliche Belastung und begrenzt die Zeit, die sie im All arbeiten können. Insbesondere die langen Flüge zum Mars stellten ein großes gesundheitliches Risiko dar." Internationale Standards legen fest, wie lange Astronauten das schützende Magnetfeld der Erde verlassen dürfen, um interplanetare Ziele anzusteuern.

Kosmische Strahlung ist jedoch auch in der Umlaufbahn der ISS in wechselnder Intensität vorhanden. Sie entsteht zum einen in den Weiten des Weltraums, zum Beispiel durch Supernova-Explosionen. Zum anderen auch auf unserer Sonne bei so genannten Sonnenstürmen. Durch die Messungen ihrer neuen Instrumente erhoffen sich die Kieler Informationen darüber zu erlangen, wie die Astronauten sich vor der Strahlenbelastung schützen können und ihre Aufenthaltsdauer im All verlängert werden kann.

Die Sensoren, die das Spaceshuttle im Gepäck hatte, werden im Europäischen Columbus Modul auf der ISS installiert - dem Labor der ESA-Wissenschaftsastronauten. Entwickelt und gebaut wurden die elektronischen Messgeräte von Kieler Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit Kollegen am Kölner Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Hauptbestandteil dieser Instrumente sind zwei so genannte Dosimetrie-Teleskope. Sie ermöglichen es, den Einfall der kosmischen Strahlung aus unterschiedlichen Richtungen zeitgleich zu untersuchen.

Im Vergleich mit den Daten der schon früher außen an Columbus angebrachten Instrumente lässt sich die Wirksamkeit der Abschirmung des Raumlabors ermitteln. Einen wirksamen Schutz vor Kosmischer Strahlung zu entwickeln ist eines der schwierigsten Probleme, das es bei künftigen Mond- und Marsmissionen zu lösen gilt.

Quelle: CAU

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