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DLR
Ein heller Meteor, der am 13. August 2007 um 22.39 Uhr von der Station Wettzell eingefangen wurde. Im Rahmen des europäischen Feuerkugel-Netzwerks beobachten jede Nacht 25 automatisch arbeitende Kamerastationen den Himmel über Mitteleuropa auf der Suche nach Sternschnuppen.
Copyright: DLR
Fred Bruenjes / NASA, GSFC
In dieser Langzeitbelichtung vom August 2004 ist deutlich zu sehen, dass alle Spuren auf einen Punkt am Himmel weisen, den so genannten Radianten. Hier liegt er im Sternbild Perseus und identifiziert den Meteorstrom als "Perseiden".
Copyright: Fred Bruenjes / NASA, GSFC

Die Nacht der Wünsche

Von den Wetteraussichten abgesehen sind die Bedingungen eigentlich ideal: Der Mond steht Richtung Sonne und stört mit seinem Schein nicht die dunkle Nacht und die Astronomen erwarten eine ausgeprägte Aktivität - die Sternschnuppen der Leoniden stehen an!
Zu Zeiten von Aristoteles wurden Sternschnuppen noch zum Wettergeschehen gezählt, daher auch der Fachbegriff Meteore. Erst mit dem Aufkommen des systematischen Beobachtens von Kometen stellte sich heraus, dass die ausgeprägten und jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt wiederkehrenden Meteorströme auf die Schweife der Haarsterne zurückzuführen sind. Liegt deren Bahn nämlich in derselben Ebene, in der die Erde um die Sonne läuft, passiert unser Heimatplanet zwangsläufig die "Abgaswolke" des Kometen.

Dann dringen zahllose kleine Staubkörnchen in die Ausläufer der Atmosphäre und erzeugen in 80 bis 120 Kilometern Höhe Leuchterscheinungen in der dünnen Luft, indem sie die Gasmoleküle ionisieren. Hier irrte Aristoteles also - die Sternschnuppen sind von unseren Augen zehnmal weiter entfernt als Wolken und Wetter.

Neben den Perseiden im August sind die Leoniden einer der bekanntesten Meteorströme. Er rührt vom Kometen Tempel-Tuttle her, der 33 Jahre für eine Umrundung der Sonne benötigt. Somit füllt er dreimal pro Jahrhundert den Vorrat an Meteoroiden wieder auf. Das war zuletzt 1998 der Fall und führte in den Jahren um die Jahrtausendwende zu spektakulären Meteorstürmen mit bis zu 3000 Sternschnuppen pro Stunde - fast jede Sekunde huschte eine über das Firmament. Dieses Jahr prognostizieren die Astronomen ein Zwischenminimum mit zumindest einigen pro Minute.

Langzeitbelichtungen mit Fotoapparaten zeigen, dass alle Leuchtspuren der Sternschnuppen aus einem Punkt des Himmels zu kommen scheinen. Dies ist ein geometrischer Effekt, der im Durchfliegen der "Schmutzwolke" begründet ist - so ähnlich, wie wenn Sie mit einem Auto durch ein Schneegestöber fahren: die Schneeflocken scheinen alle von schräg vorne zu kommen. In Falle von Tempel-Tuttle liegt dieser Punkt im Sternbild Löwe, daher der Name Leoniden für dessen Meteorstrom. Aus demselben Grund sind auch nach Mitternacht mehr Sternschnuppen zu sehen als in den Stunden davor, denn in den Stunden vor der Morgendämmerung schauen wir in Flugrichtung der Erde.

Zum Zeitpunkt des diesjährigen Maximums - in der Nacht zum Mittwoch - hat Asien die beste Beobachtungsposition. Aber auch wenn sich Europa in die ideale Richtung dreht, dürften noch einige wenige Meteore pro Minute zu erhaschen sein. Wenn Sie die schwächeren Exemplare nicht verpassen wollen, müssen Sie allerdings einen dunklen Standort aufsuchen, möglichst ein gutes Stück außerhalb der Dunst- und Lichtglocken der Städte. Denken Sie an warme Kleidung, vielleicht eine Thermoskanne Tee - und daran, sich was zu wünschen.
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