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Children’s Hospital Boston
Diese Bilder aus einem Tiermodell zeigen sich regenerierende Nervenfasern (Axone) innerhalb eines verletzten Sehnervs. Im linken Bild wachsen die Axone bei Anwesenheit von Wachstumsfaktoren sehr gut. Im rechten Bild dagegen wurde Spiegel des Enzyms Mst3b heruntergedrückt, was in vermindertem Wachstum resultierte.
Copyright: Children’s Hospital Boston
Children’s Hospital Boston
Der linke Balken zeigt die Anzahl von Axonen bei einem hohen Mst3b-Spiegel, der rechte bei einem niedrigen.
Copyright: Children’s Hospital Boston

Ein Gen für’s Nervenwachstum

Nach Schlaganfällen oder Rückenmarksverletzungen sind die Heilungschancen häufig sehr schlecht, da Nervenzellen im Zentralnervensystem meist nicht von selbst heilen. Wissenschaftler haben aber in den letzten Jahren verschiedene Substanzen gefunden, die anscheinend doch eine Regeneration ermöglichen. Jetzt konnten Forscher zeigen, dass diese Mittel alle dasselbe Gen aktivieren.
Oncomodulin und Incosin heißen die in den letzten Jahren entdeckten Faktoren, die in der Lage sind, das Nervenwachstum anzuregen. Auf der Suche nach den dahinterstehenden Mechanismen entdeckten Barbara Lorber von der Cambridge University und Wissenschaftler des Children’s Hospital Boston, dass beide das Mstb3-Gen aktivieren. Ist dieses Gen angeschaltet, liegt eine erhöhte Regenerationsfähigkeit vor, sogar ohne zusätzliche Hilfe von Wachstumsfaktoren. War das Gen dagegen abgeschaltet, so blieben alle wachstumsfördernden Mittel ohne Erfolg. Das Gen bewirkt die Produktion des zugehörigen Enzyms Mst3b, welches das Wachsen embryonaler Nervenzellen reguliert.

Durchgeführt wurden die neuen Untersuchungen nicht nur an Zellkulturen sondern auch im Tierversuch bei Ratten mit beschädigtem Sehnerv. Dieser gehört zu denjenigen Nerven, die unter normalen Umständen nach Verletzungen dauerhaft geschädigt bleiben und dient daher als klassisches Modell für Signalwege des Zentralnervensystems, die sich nicht wieder regenerieren.

Weitere Studien werden zeigen, ob der wachstumsfördernde Effekt von Mst3b neue Wege für die Behandlung von Hirn- und Rückenmarksverletzungen eröffnen kann, so Larry Benowitz vom Children’s Hospital Boston. Seine Kollegin Nina Irwin wird untersuchen, ob Mst3b in gentherapeutischen Behandlungen involviert werden kann.

Quelle: Lorber, B et al.: Mst3b, a Ste20-like kinase, regulates axon regeneration in mature CNS and PNS pathways. In: Nature Neuroscience, online veröffentlicht am 25. Oktober 2009.

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